Die Zunge

Die Zunge ist ein muskulöses, von Schleimhaut ummanteltes Organ, dass eine Vielzahl von Funktionen erfüllt: es hilft, die Nahrung zu zerkleinern und beim Schlucken in den Magen zu befördern, es hat einen wichtigen Anteil am Schmecken und es hilft beim Sprechen.

Lage und Aufbau der Zunge

Die Zunge liegt, umgeben von Zähnen, in der Mundhöhle, unter dem Gaumen und über dem Kieferbein. Von Medizinern wird das Organ in verschiedene Zonen unterteilt: die Zungenspitze, Apex Linguae, der Zungenkörper, Corpus Linguae und die Zungenwurzel, Radix Linguae, den dicksten Teil der Zunge. Weiterhin unterscheiden die Anatomen den Zungenrücken, Dorsum Linguae, die untere Zungenunterseite, Facies Inferior Linguae und den Zungenrand, Margo Linguae. An der Zungenwurzel ist die Zunge mit dem Zungenbein verbunden, dass für Halt und Beweglichkeit sorgt, und durch Muskeln und Bänder mit dem Kehlkopf verzahnt. Die Zunge ist eines der beweglichsten Organe im Körper.
An der unteren Seite der vorderen Mundhöhle ist die Zunge durch das Zungenbändchen mit dem Boden der Mundhöhle verbunden.
Die Zunge selbst besteht aus Muskulatur und Bindegewebe, dass von einer dicken und derben Schleimhaut umhüllt wird. Auf der oberen Seite, dem Zungenrücken, ist diese Schleimhaut mit einer Vielzahl von Papillen bewachsen. Papille ist das lateinische Wort für „Wärzchen“. Zwei Arten von Zungenpapillen unterscheidet man, die mechanischen und die sensorischen. Während die mechanischen Papillen fadenförmig sind, und die Zunge samtig aussehen lassen, haben die sensorischen Papillen – die also für den Sinnesvorgang des Schmeckens verantwortlich sind – ein unterschiedliches Aussehen. Sie können pilzförmig, blattförmig oder wallartig aussehen. Natürlich haben die Anatomen auch hierfür spezielle Namen: Papillae vallatae, für die Zungenpapillen, die wie kleine, von einem Graben umgebene Burgen aussehen, Papillae foliatae für die Blattförmigen und Papillae fungiformes für die Pilzartigen. Neben den Papillen finden sich auf der Zungenoberfläche die Ausgänge vieler Speicheldrüsen, vor allem an der Zungenwurzel. Sie helfen der Zunge bei ihrer Aufgabe, die Nahrung mit Speichel zu vermischen und zu transportieren. Und natürlich hat die Zunge eine große Menge von Blutgefäßen und Nerven.

Guter Geschmack

Schmecken ist eine wichtige Funktion der Zunge. Dafür befinden sich auf ihrer Oberfläche die Geschmackspapillen. Vor allem im hinteren Teil und an den Rändern der Zunge stehen sie besonders dicht. Wie schon erwähnt unterscheidet man verschiedene Arten von Geschmackspapillen: die größten sind die Papillae Vallatae, die wallförmigen Papillen. Diese befinden sich an der Zungenwurzel. Die  blattförmigen oder pilzförmigen Papillen sind wesentlich kleiner und verteilen sich über den Rest der Zunge. Alle Geschmackspapillen können die verschiedenen Geschmacksrichtungen unterscheiden: an der Zunge kann der Mensch salzig, süß, bitter und sauer schmecken. Dazu kommt noch der Geschmack von Fett und Wasser, und eine erst kürzlich von einem japanischen Forscher entdeckte Geschmacksrichtung, „Umami“, die für „fleischlich-würzig“ steht.

Wissenswertes

Anhand des Belages der Zunge kann man Krankheiten erkennen. Der Belag der Zunge verändert sich je nach Ernährungs- und Gesundheitszustand. Das liegt daran, das Krankheit, verminderte Kautätigkeit oder ähnliches ein verändertes Wachstum der Papillen auslöst. Dann entsteht Belag. Eine rote Zunge, beispielsweise, ist ein Symptom von Scharlach, die so genannte Lackzunge deutet auf Leberzirrhose oder eine Form von Anämie hin. In der tibetischen und chinesischen Medizin ist die Untersuchung der Zunge ein wichtiges Mittel zur Diagnose.


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